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E-Mail aus Auckland - von Gösta Kiefer
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So, die ersten Tage sind vorbei und da lasse ich mich doch mal zu einem ersten „Bericht“ hinreißen.
FLUG
In Frankfurt am Flughafen angekommen, war am Qantas – Schalter eine Warteschlange, die mir meine schwammigen Erinnerungen an den Mauerfall sofort wieder ins Gedächtnis gerufen hat. Absolute Katastrophe! Und so hatte der Flug auch direkt ne Stunde Verspätung. Bereits da hätte man erstmals stutzig werden können/sollen/müssen, aber man war noch guter Dinge. Als kurze Zeit später der Akku der, zum Erinnerungsfoto gezückten, Digitalkamera den Geist aufgegeben hat, war eigentlich alles klar.
Im ersten Flug, von Frankfurt nach Singapur, ist, nur in meiner Sitzreihe, die Technik ausgefallen, so dass ich auf Filme und co verzichten musste und 12Std lang dem zauberhaften Dialekt meiner schwäbischen Sitznachbarn lauschen durfte. Beim Weiterflug nach Sydney war die Technik zwar verfügbar, dafür aber drei Mädels, die wohl gerade das Abi hinter sich gebracht haben, in meiner Sitzreihe, die den Dialekt des ersten Fluges beinahe wie „Beethovens 9.“ anmuten ließ. Dafür weiß ich jetzt bei „Germany`s next Topmodel“ und über sämtliche ihrer Probleme Bescheid. Da stelle ich sogar die Theorie auf, dass die von ihren Eltern bewusst ans andere Ende der Welt geschickt wurden. One-Way natürlich. Mit meinem neuseeländischen Sitznachbarn kam ich ein wenig ins Gespräch und, um mal zur Popularität des deutschen Fussballs zu kommen, er kennt nur Franz Beckenbauer. Na immerhin! Den Rest de Fluges war ich bemüht, nicht in Lachen auszubrechen, was bei den Bemühungen des schräg vor mir sitzenden, ca. 60- jährigen Asiaten beim Spiel „Magma Zone“ das zweite Level zu erreichen wirklich nicht einfach war. Zum Einen hatte ihn wohl keiner in Kenntnis gesetzt, dass er da keine „Wii“ vor sich hat, was er auf Grund seiner Bewegungen wohl vermutete, zum Anderen hat er das wirklich STUNDENLANG absolut erfolglos probiert. Das hab ich so auch noch net gesehen. Aber den Asiaten eilt ja im Allgemeinen eh der Ruf voraus fleissig zu sein. Hoffe nur, dass er kein Samurai war. Mein Sitznachbar und ich waren nach ca. 15 Minuten in Level 4!
In Sydney hatte ich dann drei Stunden Aufenthalt, wo ich ein Mädel aus Koblenz kennengelernt habe, mit der ich mich super verstehe und die auch in Auckland wohnt. Außerdem habe ich Vater und Tochter aus der Mauerfall – Schlange in Frankfurt wieder getroffen, die unmittelbar hinter uns standen und auch ganz nett waren. Das Kind muss allerdings wohl viel angestellt haben, denn hier fliegt der Vater sogar mit und kontrolliert, dass sie auch ja im Outback ankommt. Da haben die drei Topmodels wohl Glück gehabt. Sind dann nen Kaffee trinken gegangen und haben ein wenig geplaudert - man bleibt natürlich in Kontakt. Der Flug von Sydney nach Auckland war dann recht locker und bereits nach 2:30h gelandet. Im Übrigen waren alle drei Landungen perfekt, wobei nur die erste mit Applaus bedacht wurde. Diese schon öfter beobachtete Unsitte versteht wohl keiner so recht. Zumindest ich bin noch nie Freitag nachts vorm Bäcker ausgestiegen und hab dem Taxi – Fahrer auch noch dafür applaudiert, wie toll er gefahren ist.
Am Flughafen in Auckland angekommen musste man erstmal wieder in einer Riesenschlage warten (hatten die auch mal ne Mauer?). Als ich endlich an der Reihe war, stand auf einmal der Sicherheitsservice vor mir und bat mich mitzukommen. Gab irgendein Problem mit dem Visum, was sich aber nach 45 Minuten geklärt hat. Das Ganze hatte zumindest den Vorteil, dass ich am Gepäckband sofort meinen Koffer in die Arme schließen konnte, der dort einsam seine Runden drehte.
Auckland
In Auckland, bei um die 20° und Sonnenschein, angekommen, bin ich von Boris, einem Mitarbeiter von WYNRS abgeholt worden. Und ich muss sagen, dass ich selten erlebt habe, mich nach 5 Minuten mit jemandem so zu verstehen, als ob man sich schon ewig kennen würde. Mittlerweile wohne ich sogar bei ihm im Zimmer, weil es einfach super passt. WG – Suche startet erst nächste Woche, weil es in den Ferien wohl recht schwierig ist.
Nachdem ich von Boris im Hostel abgeliefert wurde, habe ich kurz meine Sachen abgelegt und bin dann, um dem Jetlag ein wenig vorzubeugen, mit ihm ins Training gefahren. Also hatte ich, noch keine vier Stunden nach dem Aufschlagen in Neuseeland, mein erstes Training bei einem Erstligisten. Das ist mir in 27 Jahren gekicke in Deutschland nicht gelungen. Vom Niveau her würde ich das mal in der gehobenen Landesliga evtl.auch Oberliga ansiedeln. Aber Bay Olympic, so heisst das Team kämpft auch gegen den Abstieg. Boris ist dort einer von drei Spielern, die Kohle bekommen, allerdings würde sich dafür in Löhnberg keiner von der Siggi auf den Sportplatz locken lassen. Das Vereinsheim, das allerdings nicht am Trainingsplatz steht, übertrifft aber alles, was ich bis jetzt gesehen habe. Da gibt es wirklich nichts, was es nicht gibt. Billard, Darts, Kicker, Pay – TV und für die Kinder ne Spielecke mit u.a. drei Playstations. Absoluter Wahnsinn. In der Spielersitzung, an der ich auch teilnehmen durfte, waren nicht mal 50% der Spieler anwesend, die am Samstag im Kader stehen. Das wird hier locker gesehen und auch nur 2x die Woche trainiert. Rugby ist ganz klar Volkssport Nr. 1!
Nach Training und Spielersitzung ging es sofort ins Hostel zum Schlafen. Kaum aufgewacht, wurde mir klar, dass Neuseeland wohl ein sehr unkompliziertes Land ist, denn im Bett unter mir lag ein Mädel. Kurz später kam ich auch zum ersten längeren Gespräch auf Englisch, bis wir nach zehn Minuten gemerkt haben, dass wir beide aus Deutschland kommen. Allerdings war der Kamerad aus Sachsen. Ich habe mich aber nicht getraut ihn zu bitten, wieder englisch mit mir zu reden.
Gestern Mittag hat Boris mich im Hostel abgeholt und wir haben zunächst am Flughafen den neuen Office – Praktikanten abgeholt. Er macht das Alles kostenlos und wohnt bei Freunden seiner Eltern. Hut ab!
Abends waren wir im „Footground“ essen. Das ist ein absoluter Traum, richtig gut, weil es ein Restaurant ist, in dem man in der Mitte sitzt und es außen herum viele kleine „Restaurants“ gibt. So gibt es dort z.B. einen Italiener, Koreaner, Japaner, Chinesen, usw. insgesamt ca. 10 verschiedene Stationen. Danach sind wir noch mal durch ein paar Clubs und dann ab ins Bett.
Wohne jetzt ,wie gesagt, momentan bei Boris im Zimmer in einer 10er – WG. Das hat so ein wenig was von Villa Kunterbunt. Sobald die Kamera aufgeladen ist, werd ich mal ein paar Fotos machen.
Wetter ist heute total beschissen, weshalb ich auch so viel Zeit zum Schreiben habe. Soll aber nächste Woche wieder besser werden. Am Montag geht dann auch die Arbeit los.
Übrigens soll Auckland von der Fläche her die zweitgrößte Stadt der Welt sein. Ich wills mal glauben! Auf jeden Fall stehen egal wo man hinguckt Häuser. Einfach unglaublich. Dabei wohnen hier nur 1,3 Millionen Menschen (30% aller Neuseeländer), denen aber scheinbar verboten wurde in Höhe bzw. Breite zu bauen. Hier stehen eigentlich nur Einfamilienhäuser. Von den 40 Millionen Schafen, die es hier geben soll, hab ich allerdings noch keins gesehen!
So, das war es dann erstmal! Hoffe bei jedem von euch ist soweit alles ganz cool!
Greetz
Gösta
TuS-Spieler Gösta Kiefer ist seit vergangener Woche in Neuseeland und arbeitet dort für vier Monate in der Fußballschule von Ex-Profi Wynton Rufer (Werder Bremen). Auf der TuS-Homepage schreibt der Kubach, wie es ihm dort ergeht.
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geschrieben von André Bethke am 13.07.09 um 12:57
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